Usedom und Umgebung
 

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Rund 30000 Einwohner zählt Usedom, die zweitgrößte Insel Vorpommerns und auch Deutschlands, zwischen Ahlbeck und Peenemünde. Im Sommer jedoch werden diese Inselbewohner zu einer Minderheit im eigenen Lande: Aus allen Regionen strömen Menschen herbei, besetzen den Strand, lassen dafür aber die Kassen der Insulaner klingeln: Tatsächlich ist der Tourismus die Haupteinnahmequelle Usedoms und jeder Meter Badestrand die primäre ökonomische Grundlage für eine Vielzahl der 30000 Einwohner.

Zum Baden auf Usedom sind in der Tat reichlich Gelegenheiten vorhanden: Nahezu 40 Kilometer lang ist der Strand. Er erstreckt sich ohne Unterbrechung von Peenemünde im Nordwesten der Insel bis Ahlbeck bzw. Swinemünde im Südosten. In der Regel ist er 50 bis 100 m breit und scheinbar in beide Richtungen unendlich.


Der Strand in Koserow vom Streckelsberg aus gesehen

Häufig reicht hügeliges, waldiges Gebiet bis direkt an den Strand. Zwischen Koserow und Bansin darf man sogar von einer Steilküstenlandschaft sprechen, deren höchster Punkt, der so genannte Streckelsberg in Koserow, eine Höhe von 60 Meter erreicht. In Zinnowitz und den Kaiserbädern Ahlbeck, Bansin und Heringsdorf säumen begrünte Promenaden und elegante Hotels und Pensionen den Sandstrand. Alle bis jetzt genannten Seebäder verfügen auch über eine lange Seebrücke. 


Die Usedomer Schweiz im Winter

Auch Radfahrer und Wanderer kommen auf Usedom nicht zu kurz: Über 100 km Radwanderwege und über 400 km Wanderwege stehen zur Verfügung. Besonders das  Hinterland am Achterwasser und Peenestrom, das von Buchten, Landzungen und kleinen verschlafenen Dörfern geprägt ist, aber auch die sogenannte Usedomer Schweiz, eine hügelige Seenlandschaft nahe den Kaiserbädern, bieten für Wandervögel und Radfahrer ein abwechselungsreiches und interessantes Landschaftsbild. 

Und die Kultur? Architekturfans kommen in Zinnowitz und den drei Kaiserbädern Ahlbeck, Bansin und Heringsdorf voll auf ihre Kosten. Luxuriöse Villen und andere kunstvoll dekorierte Gebäude des späten neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts, die man aufgrund ihrer Lage auch gerne zur Bäderarchitektur zählt, haben sich dort nicht nur vielfach erhalten, sondern erstrahlen auch wieder in neuem Glanz.


das U-Boot-Museum in Peenemünde

Die meisten Museen auf Usedom kann Peenemünde aufweisen. Heute beheimatet das Dorf, ehemals Standort einer berühmt-berüchtigten Heeresversuchsanstalt, unter anderem folgende 3 Museen höchster Qualität:

  • das Historisch-Technische Informationszentrum, das u. a. die Raketenentwicklung und -forschung in Deutschland bis zum Ende des zweiten Weltkriegs darstellt;

  • das  U-Boot-Museum, sprich: ein ausgedientes russisches U-Boot der baltischen Rotbannerflotte, das man auch im Inneren besichtigen kann; und

  • die Phaenomenta-Ausstellung, bei der man mehr als 100 naturwissenschaftliche Experimente bestaunen oder unmittelbar miterleben kann.

Wer sich über das Badewesen früher Generationen informieren will, dem bietet das Seebad Zinnowitz im Preussenhof ein Cafe mit Bademuseumscharakter.


Atelier Otto Niemeyer Holstein

Das ehemalige Anwesen des Otto Niemeyer-Holstein in Lüttenort nahe Koserow, auf das schon in der Rubrik Freizeittipps hingewiesen wurde, ist ebenfalls ein sehenswertes Museum. Wohnhaus, Atelier und Gartenanlagen des verstorbenen berühmten Malers sind auf jeden Fall ein Kunstgenuss der besonderen Art und zweifelsfrei einen Besuch wert.


Eisenbahnhubbrücke Karnin

Sehenswert ist auch die Ruine der 1932 erbauten Eisenbahnhubbrücke in Karnin (siehe vorheriges Fotos), die einst Usedom mit dem Festland verband und bis zum Ende des zweiten Weltkrieges der schnellste Verkehrsweg nach Berlin war. Heute ist sie als ein technisches Denkmal anerkannt.


Fassaden am Marktplatz in Greifswald

Kulturell und freizeitmäßig muss man sich allerdings nicht nur auf die Insel Usedom beschränken: Das Festland ist nah und gut über zwei Brücken erreichbar:

  • Die Stadt Wolgast bietet einen netten historischen Altstadtkern mit einem barocken Rathaus und einer imposanten gotischen Backsteinbasilika. Die heute 13000 Einwohner zählende Ortschaft am Peenestrom war übrigens früher Residenzstadt der Herzöge von Pommern-Wolgast.

  • Die Hansestadt Greifswald kann sogar mit 3 mächtigen gotischen Backsteinkirchen, außerdem mit einem der schönsten Marktplätze Deutschland aufwarten. Seit 1456 ist sie außerdem Standort der zweitältesten Universität im Ostseeraum.

  • Die Altstadt von Stralsund ist für sich alleine schon ein architektonisches Freiluftmuseum. Die drei gotischen Kirchen und das mittelalterliche Rathaus zählen sicherlich zu den bedeutendsten und eindrucksvollsten Bauwerken in ganz Deutschland. Die größte Stadt in Vorpommern (60000 Einwohner) darf sich übrigens heute auch noch mit dem Titel Unesco-Weltkulturerbe schmücken.


Swinemünde

Die größte Stadt auf der Insel Usedom ist die Hafenstadt Swinemünde (45000 Einwohner). Sie befindet sich auf der östlichen Inselspitze, die seit 1945 zu Polen gehört. Usedom ist also eine geteilte Insel: Rund 85 % ihrer Fläche liegen auf deutschem Staatsgebiet. Der Rest ist polnisch.